Denkmalpflege
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2021-2025
Umbau Kutscherhaus Villa
Patumbah
Zürich-Riesbach
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Bauherrschaft
Stiftung Patumbah
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Architektur/Bauleitung
Diethelm & Spillmann
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Mitarbeit
Oliver Brunhart
Gina Cavelti
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Fotos
Roland Bernath


Situationsplan
Instandsetzung und Umbau Kutscherhaus Villa Patumbah, 2021-2025
Heuboden reloaded
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Das Kutscherhaus der Villa Patumbah hat wieder einen Heuboden!
1883–1885 nach den Plänen von Chiodera & Tschudy erbaut, wurde das denkmalgeschützte Haus seither zweimal umgebaut und das Innere trotz Malereien und einst holzsichtigem Täfer mehrfach neu gefasst. So erfolgte 1929 die Umnutzung des Heubodens zu Wohnraum, und 1980 wurde das unbeheizte Erdgeschoss mit Remise, Sattelkammer und Stall zum Büro, nachdem die Stadt Zürich das Anwesen übernommen hatte, um es vor dem Abbruch zu retten. Neben einer technischen und energetischen Erneuerung bezweckten deshalb die aktuell vorgenommenen Arbeiten auch die Reaktivierung verlorengegangener Qualitäten. Die Nutzung als Büro und Wohnung blieb dabei unverändert.
Der grösste Eingriff betraf den ehemaligen Heuboden, wo die ursprüngliche Raumdimension und die Fassade wiederhergestellt wurden. Mit dem Umbau zu Wohnraum 1929 wurden nämlich die ornamentierten Lattenverschläge durch ein verputztes Mauerwerk ersetzt, das farblich den angrenzenden Sichtbacksteinen und Formteilen aus Terrakotta nachempfunden war, derweil im Innern Wände und eine Decke eingezogen wurden. Die Ablesbarkeit der ursprünglichen Zweckbestimmung des Hauses war seither beeinträchtigt. Auf Grundlage eines detailscharfen Fotos aus der Bauzeit und dem farblichen Befund der noch bauzeitlichen Giebelfelder wurde die Fassade in Material und Farbe rekonstruiert, während innen mit der unbehandelten Weisstanne eine zeitgenössische Anmutung für den weiterhin dem Wohnen dienenden Raum gewählt wurde.

Blick vom Park
Neue Schiebefenster ergänzen die Tore in der Remise. Im Innern sind die Portale und der zuvor verdeckte Rillenplattenbelag bauzeitlich, ebenso die freigelegte Dekorationsmalerei.




Erdgeschoss (Büro)

Obergeschoss (Wohnung)


Halle (Erker) im Obergeschoss mit rekonstruierten Fenstern und neuinterpretiertem, nicht mehr vorhandenem Abschluss zum Treppenhaus.
An der roten Wand befindet sich unter mehreren Farb- und Putzschichten eine pompeijanische Malerei, die teilweise freigelegt wurde.



Das mittlere Zimmer im Obergeschoss wurde zum Bad. Dusche und WC befinden sich in einer niedrigeren Box mit grünem Linoleum.
Im Vorzustand war das Holz weiss gestrichen, nun wieder mit Öllasur.

Küche. Terrazzo und Kastenfenster sind bauzeitlich. Die inneren Flügel wurden mit Vakuumglas energetisch ertüchtigt.
Das Gewebe an der Aussenwand (Rupfe) ist neu, auch das Ornament.

Schnitt durch Heuboden und Stall

Schnitt durch Halle/Nasszelleneinbau und Remise

Heuboden, Blick richtung Treppe. Unbehandelte Weisstanne, ein Sapelli-Tafelparkett aus dem Bauteillager der kantonalen Denkmalpflege und das Ornament der Lattenverschläge formen eine eigene Welt

Axonometrie Heuboden und Stall

Heuboden, Blick richtung Park. Ein neuer Holzbalkenring erhöht die horizontale Aussteifung und dient der Erdbeben- und Windsicherheit.

Zustand vor Baubeginn (2024), ausgenommen Baustellenfoto Heuboden. Fotos: Kantonale Denkmalpflege, Urs Siegenthaler

Die Lattenverschläge sind rekonstruiert. Die Farbigkeit leitet sich aus den Giebelfeldern ab, während Form und Relief einem detailscharfen Foto aus der Bauzeit entnommen sind.